Freizeit- und Wassersportverein 
Uphuser Meer e.V.

Umwelt

Die Untersuchung rund um das Uphuser Meer geht weiter

Von Marten Klose Emder Zeitung vom Samstag, 2.Juni 2018 Seite 3, 0 49 21 / 89 00-431

Emden. Die Meerfahrer am Uphuser Meer müssen sich weiter in Geduld üben: Eine Lösung für die Blaualgen-Plage ist nach wie vor nicht in Sicht. Allerdings zeichnet sich ein Maßnahme-Paket ab, das helfen könnte, die Plage in den Griff zu bekommen. Wobei die Betonung auf „könnte” liegt. Denn es ist nicht wirklich klar, was die Hauptursache für den hohen Phosphorgehalt in dem Binnengewässer ist, der den Nährboden für die Algen bildet. „Wir wollen die effektivste Ursache herausfinden”, sagte der städtische Fachbereichsleiter Rainer Kinzel. Darauf warten die Anrainer des Uphuser Meeres bekanntlich bereits seit vielen Jahren. Fest steht mittlerweile, welchen Weg der Phosphor ins Meer nimmt: Die Moleküle werden über das Schöpfwerk in den Binnensee gespült (wir berichteten).

Welche Rolle spielt das Düngen?

Auch über die Herkunft weiß man - die Stadt ließ in den vergangenen Jahren Proben nehmen - schon etwas mehr. Der Phosphor ist demnach offensichtlich schon von Natur aus im Boden vorhanden, stammt aus der Überschlickungszeit und gelangt durch die landwirtschaftliche Nutzung, etwa durch Düngung, ins Erdreich. Von dort aus geht der Phosphor auf die Reise durch die Schlote bis ins Meer und befeuert dort an heißen Tagen das Algenwachstum.

Als „Gegenangriff” schlägt Fachdienstleiter Hartmut Fresemann jetzt mehrere Punkte vor:

M Die Aufwertung, sprich Renaturierung der Schlote. Dadurch könnten die Phosphorteilchen ausgebremst werden.

M Eine Neuregelung der Entwässerung. Das heißt, das überschüssige Wasser statt über das Schöpfwerk am Uphuser Meer vor allem über das benachbarte Schöpfwerk „Küthauer” abzuleiten. Dafür werden Investitionen nötig.

M Eine Aufwertung der Schilfröhrichte entlang des Ufers.

M Die weitere Ursachenforschung, was die größte Ursache für den hohen Phosphorgehalt ist.

Vor allem der letzte Aspekt ist der Knackpunkt. Deshalb warnt Kinzel davor, jetzt in teuren Aktionismus zu verfallen: „Das Uphuser Meer ist ein Patient und bevor man behandelt, muss man erst mal die Ursache herausfinden.”

Die Stadt wartet nun auf Fördergeld, um die nächsten Schritte anpacken zu können. Den Meerfahrern werden wohl noch einige Algen-Sommer bevorstehen.

 


Von Heiko Müller, Ostfriesen Zeitung vom 02.06.2018

Die Blaualgen-Plage am Uphuser Meer wird die Verwaltung weiter beschäftigen. Sie wartet noch auf den Bescheid des Landes über einen Zuschuss. Damit könnten aber nur die Planungen finanziert werden, heißt es.

Emden - Anlieger und Besucher des Uphuser Meers werden wohl noch lange mit wiederkehrenden Blaualgen-Plagen in dem Binnensee leben müssen. Die Stadt hat ihnen am Donnerstag im Ratsausschuss für Stadtentwicklung wenig Hoffnung auf eine rasche Lösung des Problems gemacht.

Der zuständige Fachbereichsleiter Rainer Kinzel bat um Geduld. „Das braucht Zeit“, sagte er im Hinblick auf sinnvolle und wirksame Mittel, um das Problem der Phosphateinträge in den Griff zu bekommen. Kinzel verwendete das Bild vom „Patienten Uphuser Meer“, bei dem zunächst die Symptome und Ursachen festgestellt werden müssten.

Zeitplan steht nicht fest

Der Leiter des städtischen Umwelt-Fachdienstes, Hartmut Fresemann, stellte ein ganzes Paket von Maßnahmen vor, die Experten des Hamburger Fachbüros KLS empfohlen haben. Sie sehen vor, das Entwässerungssystem in der Umgebung des Uphuser Meers zu ändern, die Gräben aufzuwerten sowie Schilf-röhrichte an den Ufern zu schützen und zu entwickeln.

Wann und ob dieses Paket umgesetzt werden kann, steht noch in den Sternen. Das hängt auch davon ab, ob genügend Geld dafür zur Verfügung stehen wird. In einem ersten Schritt hat die Stadt Geld beim Land aus einem speziellen Fördertopf der Europäischen Union zur Seenentwicklung beantragt. „Wir warten noch auf den Bescheid aus Hannover“, sagte Fresemann. Fließt der Zuschuss, können damit aber nur die Detailplanungen zur Verbesserung der Wasserqualität finanziert werden. Sie liegen laut dem Fachdienstleiter bei 90 000 Euro. Zehn Prozent dieser Summe müsste die Stadt aufbringen, falls das Geld vom Land kommt. Für die Umsetzung des Maßnahmenpaketes müssten neue Förderanträge gestellt werden.

Kontakt vermeiden

Wie berichtet, haben die im Jahr 2014 begonnenen Untersuchungen der Hamburger Fachleute ergeben, das größere Mengen von Phosphor vor allem über das Schöpfwerk an der Nordseite in das Uphuser Meer gelangen. Sie fördern das Wachstum der Blaualgen genannten Cyanobakterien, von denen einige Arten giftige Ausscheidungen ins Wasser abgeben. Ein erhöhtes Vorkommen, das bei wärmeren Perioden entsteht, kann zu Reizungen der Haut, der Schleimhäute sowie zu Übelkeit, Durchfall und Erbrechen führen.

Erkennbar sind Blaualgen an einer starken grünlichen Trübung des Wassers; bei starker Algenblüte an grünen Schlieren oder Schichten auf dem Wasser. In diesen Fällen sollte Kontakt mit dem Wasser vermieden werden. Außerdem raten Medizier, kein blaualgenhaltiges Wasser zu schlucken. Kinder sollten nicht mehr baden.

2017 06 20 EZ Bild Blaualgen

Von Marten Klose s 0 49 21 / 89 00-431 aus Emder Zeitung vom 20.06.2017

Am Uphuser Meer sind die ersten Blaualgen aufgetaucht. Von der Stadt wird jetzt eine Lösung gefordert.

Emden. Kaum hat das Thermometer die 25-Grad-Marke geknackt ist das alte Problem wieder da: Am Uphuser Meer sind am Wochenende zum ersten Mal in dieser Saison gefährliche Blaualgen gesichtet worden. Der Wind aus Südwest hat die giftigen Cyanobakterien ans Nordufer des Binnensees getrieben. Bleibt es so warm, rechnet der Vorsitzende des Wassersportvereins Uphuser Meer, Thomas Waldeck, mit einem explosionsartigen Wachstum der Algen. Der Chef der Meerfahrer appelliert deshalb an die Verantwortlichen endlich eine Lösung zu finden. Das Thema Blaualgen treibt die Anlieger des Uphuser Meeres und die Behörden seit Langem um. Die zeitweise sehr hohe Konzentration ist nicht nur für Wassersportler, sondern insbesondere für Kinder gefährlich. Starke Hautausschläge, Übelkeit, Durchfall und Entzündungen von Hals, Ohren und Augen können das Ergebnis einer Begegnung mit den Algen sein. Momentan sei der Befall noch nicht so stark, sagte Waldeck, doch das werde sich erfahrungsgemäß im Laufe der Saison rasch ändern. Das könne dann auch Auswirkungen auf die Segelausbildung des Vereins haben. „Wir werden schauen, wie lang wir das noch verantworten können”, so der Vorsitzende. Er möchte sich gar nicht vorstellen, was geschieht, wenn ein Kind zuviel von dem mit Blaualgen verseuchten Wasser schluckt. Mittlerweile ist die Sorge im Verein so groß, dass auf der letzten Versammlung mit Detlef Harms ein eigener Algenobmann gewählt worden ist. Nach wie vor ist immer noch nicht klar, warum ausgerechnet das Uphuser Meer immer wieder von den Algen heimgesucht wird. Die Ursachenforschung der Stadt hatte ergeben, dass vor allem über das Schöpfwerk am Uphuser Meer jährlich rund 1800 Kilogramm Phosphat in den Binnensee gespült werden - ein viel zu hoher Wert, der das Wuchern der Algen begünstigt. Um das Einspülen des Phosphats zu stoppen, hat der Oldersumer Wasserverband das Schöpfwerk seit einem Monat probehalber abgesperrt. Die Entwässerung der umliegenden Ländereien übernimmt derzeit das benachbarte, viel kleinere Schöpfwerk „Küthauer” im Riepster Hammrich. Das funktioniert nur, so Verbandsingenieur Adolf Wilken, weil die derzeit üppige Vegetation, etwa Maisfelder, das überschüssige Wasser schluckt. Sollte es in Ostfriesland in den kommenden Wochen wieder Starkregen geben, werde das Uphuser Schöpfwerk automatisch wieder zugeschaltet. Die Abschaltung des Schöpfwerks bezeichnete Waldeck als „ersten Erfolg”. Nach drei Jahren Erprobungen und Forschungen hofft er nun endlich auf die Ergebnisse der von der Stadt in Auftrag gegebenen Studie. Waldeck: „Es muss sich endlich etwas tun.” Ob der hohe Phosphat-Eintrag tatsächlich von den umliegenden Feldern kommt - dasmuss aber erst einmal durch die Erprobungen bewiesen werden. Verbandsingenieur Wilken sagte, er habe mit Erstaunen die Meldung gelesen, dass nun auch im Jümmesee in Stickhausen Blaualgen entdeckt worden sind. Der dortige See ist abgeschlossen, das heißt, es gibt keinen Wasserzufluss. Wilken:„Ich glaube,es muss noch viel Ursachenforschung betrieben werden.”

 

VON HEIKO MÜLLER aus der Ostfriesen-Zeitung vom 01.02.2017

 

Umwelt Stadt Emden rechnet im Sommer mit neuen Erkenntnissen zur Situation des Uphuser Meers

Der Betrieb des Schöpfwerkes an der Nordseite des Binnengewässers soll in diesem Jahr für längere Zeit versuchsweise eingestellt werden. Damit ist die Ursache aber nicht beseitigt.

 

Emden - Die 2014 begonnene Suche nach möglichen Ursachen der Blaualgen-Plage im Uphuser Meer wird noch längere Zeit in Anspruch nehmen. Die Stadt Emden geht davon aus, bis zum Sommer nähere Aufschlüsse über die Gründe für die hohe Phosphatbelastung des Sees zu haben sowie Lösungsvorschläge und Kostenschätzungen vorlegen zu können.

Damit haben die Hoffnungen von Wochenendhausbesitzern und Badegästen des Uphusers Meers auf ein baldiges Ende der Blaualgen-Pest erneut einen Dämpfer bekommen. Im vergangenen Jahr hatte sich bereits ein Weg abgezeichnet, die hohe Konzentration der Bakterien während der Sommermonate zumindest eindämmen zu können.

Wie berichtet, hatte der zuständige Entwässerungsverband Oldersum im Sommer 2016 den Betrieb des Schöpfwerks an der Nordseite des Uphuser Meer probeweise vorübergehend eingestellt. Über die Pumpen dieser Anlage gelangen nach Untersuchungen des von der Stadt beauftragten Gutachterbüros die größten Phosphatmengen in den See.

Der Entwässerungsverband wich während dieser Zeit auf das viel kleinere Schöpfwerk Küthauer im Riepster Hammrich aus. Von dort aus wird das Wasser über das Fehntjer Tief sowie die Siele in Petkum und Oldersum in die Ems abgeführt. Ob dieser Eingriff in das Entwässerungssystem eine Dauerlösung für das Blaualgen-Problem sein kann, lasse sich noch nicht abschätzen, sagte der Leiter des städtischen Umwelt-Fachdienstes, Hartmut Fresemann, jetzt im zuständigen Fachausschuss des Emder Rates. Nach seinen Angaben soll der Versuch im nächsten Sommer fortgesetzt und zeitlich ausgedehnt werden. Es gebe auch noch keine Erkenntnisse darüber, ob der Boden der überschlickten Flächen am Uphuser Meer mit Phosphaten belastet ist oder die Einträge aus der Landwirtschaft kommen. „Das ist eine sehr komplexe Sache“, sagte Fresemann. Es soll aber weitere Untersuchungen geben, um die Ursachen der Phosphatbelastung abschätzen zu können.

Zugleich kündigte der Fachdienstleiter weitere Gespräche mit dem Entwässerungsverband an, um nach Dauerlösungen zu suchen. Das sei aber auch eine Kostenfrage, weil die Kapazität des Schöpfwerks Küthauer begrenzt ist, so Fresemann.

Die Fraktion der Wählergruppe „Gemeinsam für Emden“ (GfE) hatte das Thema auf die Tagesordnung gebracht, um das Verfahren zu beschleunigen und auf Lösungen zu drängen. Auf Bitte von Stadtbaurat Andreas Docter zog die Fraktion ihren Antrag aber wieder zurück. Zunächst solle abgewartet werden, was die weiteren Untersuchungen und Gespräche ergeben.

Keine neuen Erkenntnisse am Uphuser Meer

 

Von Ute Lipperheide s 0 49 21 / 89 00-416

 

Emden. Noch immer ist nicht geklärt, woher die Blaualgenbelastung des Uphuser Meeres im Sommer herrührt. „Weitere Untersuchungen werden uns vielleicht eine Antwort geben”, sagte der zuständige Fachdienstleiter bei der Stadt Emden, Hartmut Fresemann, im Ausschuss für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung .

Die Wählergemeinschaft Gemeinsam für Emden (GfE) hatte dieses Thema in den Ausschuss gebracht. Die GfE fordert, dass der Entwässerungsverband die Pumpstation Uphuser Meer erneuert, um die Betriebsdauer und -intensität zu verlängern. So einfach sei das nicht, stellte Fresemann fest. Das Schöpfwerk gehöre nicht der Stadt und diese könne den Verband nicht anweisen, Geld auszugeben. Aber man sei in sehr intensiven Gesprächen. Alle arbeiteten an einer Lösung. Allerdings gehe es auch nicht, übermäßig Steuergelder in das Projekt fließen zu lassen. In einem halben Jahr wisse man mehr und könne dann möglicherweise konkrete Vorschläge zur Verbesserung der Wasserqualität machen. Stadtbaurat Andreas Docter bat darum, dass die GfE sich noch sechs Monate gedulde und den Antrag zurücknehme. Dem folgte die Fraktion.

 

Emder Zeitung vom Samstag, 28. Januar 2017, Seite 6 

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