Freizeit- und Wassersportverein 
Uphuser Meer e.V.

OZ Emden vom Samstag, 27. Februar 2016, Seite 22

Blaualgen: Es wird Jahre dauern

VON HEIKO MÜLLER

Umwelt  Stadt legte erste Ergebnisse von Untersuchungen des Uphuser Meers fest

Ursache der Plage in dem Binnensee ist, dass viel zu viel Phosphat in das Gewässer gelangt. Fest steht: Lösungen werden teuer.

Emden  - Besitzer von Wochenendhäusern und Badegäste am Uphuser Meer in Emden müssen vermutlich noch längere Zeit mit einer hohen Konzentration von Blaualgen in dem Binnensee am östlichen Stadtrand leben Das wurde am Donnerstag im Ratsausschuss für Umwelt bekannt. Bei der Sitzung legte der zuständige Fachbereichsleiter der Stadt, Rainer Kinzel, erste Ergebnisse der im Jahr 2014 in Auftrag gegebenen Machbarkeitsstudie zur Sanierung beziehungsweise Restaurierung des Gewässers vor. 

Demnach sind Experten des Hamburger Büros KLS bei den Untersuchungen im vergangenen Jahr zu dem Ergebnis gekommen, dass sehr viel Phosphor in das Uphuser Meer gelangt und im Sommer den massiven Blaualgen-Befall verursacht hat. Die weitaus größten Mengen kämen über das Schöpfwerk an der Nordseite in den Binnensee. Über diese Pumpstation wird ein etwa 1200 Hektar großes Gebiet entwässert. 

Die Gutachter haben einen Phosphoreintrag von 1800 Kilogramm pro Jahr errechnet. Das sei weit mehr als das Dreifache des kritischen Wertes. Das bedeute, so Kinzel, dass die Phosphormenge um etwa 1300 Kilogramm pro Jahr reduziert werden müsste, um die Wasserqualität zu verbessern. Die höchste Alarmstufe gelte für das Uphuser Meer aber noch nicht. „Wir spielen noch im Mittelfeld“, so der Fachbereichsleiter. Die Stadt wolle aber frühzeitig reagieren und müsse ihr Augenmerk darauf richten. 

Sanierungsmaßnahmen würden aber sehr langsam wirken. „Das dauert Jahre oder Jahrzehnte“, sagte Kinzel unter Hinweis auf ähnliche Projekte am Dümmer See und am Tegeler See in Berlin. Damit nahm er den gut 50  Wochenendbesitzern auf den Zuhörerplätzen die Hoffnung auf schnelle Lösungen. 

Es gibt auch schon erste Vorschläge für Sanierungsmaßnahmen. Sie umfassen im Wesentlichen Änderungen im Entwässerungssystem und an den Zuläufen. Das ist aber alles noch nicht ausgereift. 

Um mehr und sicherere Daten sowie nähere Aufschlüsse zu erhalten, sollen die Untersuchungen zunächst in diesem Jahr fortgesetzt werden. Zudem ist vorgesehen, in weiteren Schritten mögliche Sanierungsmaßnahmen zu entwickeln, mit Fachleuten abzustimmen und allen Beteiligten zu erörtern. Danach sollen die Kosten ermittelt werden. Denkbar seien auch Pilotversuche, um die Effizienz von Sanierungsmaßnahmen zu testen. 

Fest steht schon jetzt, dass das Ganze nicht billig wird. Stadtbaurat Andreas Docter sprach bei der Ausschusssitzung von sechsstelligen Summen. 

Der Vorsitzende des Freizeit- und Wassersportvereins Uphuser Meer (WSU), Thomas Waldeck, ist „froh, dass der Anfang geschafft ist“. Die Anlieger hätten sich aber schnellere Lösungen gewünscht, sagte er der OZ. Der Verein werde das Problem nicht aus den Augen verlieren. Waldeck hält auch kostengünstigere Lösungen für möglich. Er regte an, dabei beispielsweise auch Fischer und Naturschützer zurate zu ziehen, die die Verhältnisse am Uphuser Meer genauestens kennen. Bei der Ausschusssitzung warnte Waldeck vor Gesundheitsgefahren insbesondere für Kinder und Jugendliche. „Mit den seit einigen Jahren kontinuierlich ansteigenden Wasserbelastungen können und wollen wir uns nicht abfinden“, sagte er. Es müsse Abhilfe geschaffen werden. 

Das Problem mit den giftigen Bakterien beschäftigt Behörden, Politik und Anlieger schon seit Langem. Seit 2013 hat sich die Situation verschärft. In den Sommern der Jahre 2014 und 2015 herrschten im Uphuser Meer regelrechte Blaualgen-Plagen (die OZ berichtete). Das Gesundheitsamt warnte deshalb vor dem Baden in dem Gewässer. 

Blaualgen  sind eigentlich keine Algen, sondern Bakterien. Einige Arten geben giftige Ausscheidungen ins Wasser ab und können für den Menschen gesundheitsschädlich sein. Hitzeperioden begünstigen die Massenentwicklung von Algen, besonders der Blaualgen. 

 

Ein erhöhtes Vorkommen  kann zu Reizungen der Haut, der Schleimhäute sowie zu Übelkeit, Durchfall und Erbrechen führen. 

 

Erkennbar  sind Blaualgen an einer starken grünlichen Trübung des Wassers; bei starker Algenblüte an grünen Schlieren oder rahmartigen Schichten auf dem Wasser. 

 

In diesen Fällen  sollte Kontakt mit dem Wasser vermieden werden. Außerdem rät das Gesundheitsamt der Stadt, kein blaualgenhaltiges Wasser zu schlucken. Die Behörde empfiehlt in solchen Fällen, Kinder nicht mehr im Wasser baden oder am Ufer spielen zu lassen. 

 

Wenn nach dem Baden 

in mit Blaualgen belastetem Wasser Beschwerden auftreten, sollte ein Arzt aufgesucht werden, rät das Gesundheitsamt.

 

 

 

 

 

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