Freizeit- und Wassersportverein 
Uphuser Meer e.V.

Ein Anlieger des Uphuser Meers erwägt juristische Schritte gegen die zuständigen Behörden und Verbände. Es handele sich um einen Alleingang, sagt WSU-Vorsitzender Thomas Waldeck. Er setzt auf eine gemeinsame Lösung.

Emden - Die hohe Konzentration von Blaualgen im Uphuser Meer in Emden wird möglicherweise bald die Gerichte beschäftigen. Einzelne Anlieger erwägen, juristisch gegen die zuständigen Behörden und Verbände vorzugehen. Hintergrund ist, dass der Binnensee am östlichen Stadtrand in diesem Sommer erneut mit giftigen Cyanobakterien belastet ist.

Der Anlieger Felix Pundt hält nach eigenen Angaben sofortige Eingriffe in das Entwässerungssystem der landwirtschaftlichen Flächen rund um das Uphuser Meer für erforderlich. Er will erwirken, dass Einleitungen über das Schöpfwerk an der Nordseite gestoppt werden. Über diese Pumpstation wird ein etwa 1200 Hektar großes Gebiet entwässert.

Wassersportverein distanziert sich.  

Diese Forderung werde von weiteren Betroffenen unterstützt, heißt es in einer Stellungnahme, die Pundt unter anderem an die Grünen und die FDP sowie an die Stadt schickte. Man werde „entsprechend agieren“. Pundt stützt sich auf erste Ergebnisse der seit 2014 laufenden Untersuchungen zur Sanierung des Uphuser Meers, die im Februar öffentlich vorgelegt wurden. Demnach wird der Blaualgen-Befall dadurch verursacht, dass sehr viel Phosphor in das Gewässer gelangt. Die größten Mengen werden über das Schöpfwerke eingeleitet (die OZ berichtete).

Unterdessen hat sich der Freizeit- und Wassersportverein Uphuser Meer (WSU) von dem Vorstoß von Pundt distanziert. Es handele sich um einen Alleingang, der nicht mit dem Verein abgestimmt sei, sagte Thomas Waldeck der OZ. Er ist Vorsitzender des WSU, der die Interessen der Besitzer von mehr als 150 Wochenendhäusern vertritt. Nach seinen Angaben sei man gemeinsam mit allen Beteiligten auf der Suche nach Lösungen. „Wir führen konstruktive Gespräche“, so Waldeck. In Kürze werde der Abschlussbericht der Gutachter erwartet.

„Situation nicht verbessert, aber auch nicht verschlechtert“

Nach Einschätzungen des WSU-Vorsitzenden hat sich die Situation am Uphuser Meers bezüglich des Blaualgen-Befalls in diesem Sommer „nicht verbessert, aber auch nicht verschlechtert“. „Wenn es ein super-heißer Sommer geworden wäre, wäre es aber wohl schlimmer“, so Waldeck.

Die Konzentration der Cyanobakterien ist aber auch in diesem Jahr so hoch, dass das Gesundheitsamt der Stadt reagierte. Vor einigen Wochen ließ die Behörde erneut Schilder aufstellen, die vor dem Baden warnen. Anlieger und Badegäste werden voraussichtlich noch lange mit dem Problem leben müssen. Denn die Sanierung wird Jahre oder Jahrzehnte dauern, sagen zumindest Experten.

Blaualgen

Blaualgen sind eigentlich keine Algen, sondern Bakterien. Einige Arten geben giftige Ausscheidungen ins Wasser ab. Hitzeperioden begünstigen die Massenentwicklung von Blaualgen.

Ein erhöhtes Vorkommen kann zu Reizungen der Haut, der Schleimhäute sowie zu Übelkeit, Durchfall und Erbrechen führen.

Erkennbar sind Blaualgen an einer starken grünlichen Trübung des Wassers; bei starker Algenblüte an grünen Schlieren oder Schichten auf dem Wasser. In diesen Fällen sollte Kontakt mit dem Wasser vermieden werden. Außerdem rät das Gesundheitsamt der Stadt, kein blaualgenhaltiges Wasser zu schlucken. Kinder sollten nicht mehr baden.

VON HEIKO MÜLLER

aus der Ostfriesen-Zeitung vom 19.08.2016

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