Freizeit- und Wassersportverein 
Uphuser Meer e.V.

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Von Heiko Mülle,r OZ Emden vom Mittwoch, 28. September 2016, Seite 19

Umwelt Stadt und Entwässerungsverband Oldersum haben einen ersten Plan gegen die Blaualgen-Plage

Die Zuflüsse über das Schöpfwerk an der Nordseite des Binnensees sollen im Sommer gestoppt werden. Das sei „erfolgversprechend“, heißt es.

Emden - Für die seit Jahren von Blaualgen geplagten Wochenendhausbesitzer und Badegäste am Uphuser Meer in Emden gibt es einen Hoffnungsschimmer. Die beteiligten Behörden und Verbände haben möglicherweise einen Weg gefunden, die hohe Konzentration dieser Bakterien in dem Binnenmeer während der Sommermonate zumindest einzudämmen.

Wie der Leiter des städtischen Umwelt-Fachdienstes, Hartmut Fresemann, in der jüngsten Sitzung des Ratsausschusses für Umwelt mitteilte, wird der Entwässerungsverband Oldersum den Betrieb des Schöpfwerkes an der Nordseite des Uphuser Meers im Sommer einstellen. Die umliegenden Ländereien sollen zwischen Mai und August über das viel kleinere Schöpfwerk Küthauer im Riepster Hammrich entwässert werden. Von dort wird das Wasser über das Fehntjer Tief sowie über die Siele in Petkum und Oldersum in die Ems abgeführt.

„Das ist die erfolgsversprechendste Lösung“, sagte Fresemann der OZ auf Nachfrage. Allerdings sei schwer zu sagen, wie der See reagieren wird, wenn der Zufluss über das Schöpfwerk gestoppt wird. Zudem werde das Grundproblem damit nicht gelöst.

Wie berichtet, hatten Experten des von der Stadt beauftragten Hamburger Fachbüros KLS bei Untersuchungen des Uphuser Meers im vergangenen Jahr festgestellt, dass sehr viel Phosphat und Stickstoff in den Binnensee gelangt sind und das Wachstum der Blaualgen beschleunigen. Die weitaus größten Mengen wurden bislang über das Schöpfwerk an der Nordseite eingeleitet. Die Gutachter errechneten einen Phosphoreintrag von 1800 Kilogramm pro Jahr. Das sei mehr als das Dreifache des kritischen Wertes, hieß es im Februar bei der Vorstellung der ersten Untersuchungsergebnisse. Dem soll jetzt ein Riegel vorgeschoben werden.

Der zuständige Entwässerungsverband Oldersum hat in diesem Sommer nach Gesprächen mit den Beteiligten den Pumpbetrieb des Schöpfwerks am Uphuser Meer bereits probeweise eingestellt. Es bleibe aber abzuwarten, ob sich daraus eine langfristige Lösung mit positiven Auswirkungen auf die Gewässerqualität ergibt, so Fresemann. Falls der Plan aufgeht, seien mittelfristig auch Anpassungen des Grabensystems und eine höhere Leistung des kleinen Schöpfwerks Küthauer erforderlich.

Nach Angaben des Fachdienstleiters bleibt das Schöpfwerk am Uphuser Meer aber für Notfälle jederzeit betriebsbereit, um zum Beispiel bei Starkregen im Sommer oder bei einem Ausfall der Pumpstation Küthauer rechtzeitig eingreifen zu können. In den Wintermonaten müsse die Pumpstation wegen der größeren Wassermengen in dieser Jahreszeit ohnehin in den Normalbetrieb gehen.

Der Plan, das Uphuser Meer vom Entwässerungssystem abzuschneiden, sei „ein erster Schritt“ und „eine Möglichkeit von mehreren“, betonte Fresemann. Weitere Vorschläge zur Sanierung des Binnengewässers werde das Gutachterbüro vorlegen. Die seit 2014 laufenden Untersuchungen seien „fast abgeschlossen“. Die Grundsanierung werde aber Jahre dauern, so der Fachdienstleiter.

Blaualgen sind eigentlich keine Algen, sondern Bakterien. Einige Arten geben giftige Ausscheidungen ins Wasser ab. Hitzeperioden begünstigen die Massenentwicklung von Blau-
algen.

Ein erhöhtes Vorkommen kann zu Reizungen der Haut, der Schleimhäute sowie zu Übelkeit, Durchfall und Erbrechen führen.

Erkennbar sind Blau-
algen an einer starken grünlichen Trübung des Wassers; bei starker Algenblüte an grünen Schlieren oder Schichten auf dem Wasser. In diesen Fällen sollte Kontakt mit dem Wasser vermieden werden. Außerdem rät das Gesundheitsamt der Stadt, kein blau-
algenhaltiges Wasser zu schlucken. Kinder sollten nicht mehr baden. 

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